Messerkarate für Dummies – Demut ist eine grundlegende Tugend

sprung3Da standen wir im Vorraum und fragten uns, ob wir richtig waren. Große Kanten, kleine Kanten, schwarzgekleidete Düsterblicker, Meistertitel noch und nöcher und wir: Marco, Mathias und Carina.

Nichtsdestotrotz, es war ja bezahlt, sind wir rein ins Vergnügen. Eine gut ausgestattete Folterkammer für alle, die immer schon ihr Grenzen testen wollten.
Unsere wurden uns schon nach dem Aufwärmen klar, das nicht stattfand, sondern so aussah: Zieh ein Longshirt an, bewaffne dich mit einem Edding und versuche mehr als 20 Sekunden ohne Gegenstrich vom Partner zu überleben und ihn dafür mit einem farbenfrohen Muster zu überziehen. Dass einer der Adepten in CSI-Anzug ankam machte uns dann doch ein wenig stutzig und der Gebrauch von Schutzbrillen war nach Runde 1 obsolet.

Jetzt kamen noch ein paar optische Appetizer auf den Tisch und für den hechelnden Haufen etwas Theorie. Interessanterweise fingen wir mit diversen Möglichkeiten an unsere roten (Du hast noch 3 Minuten.) Flächen durch die grünen (Blutet nur ein bisschen.) zu schützen, von Modul zu Model hin wurden diese aber wegen zu vielen Optionen und klassischem Denkzeitdilemma („Warte mal, kannst du bitte mal so stechen- nee, das war es auch nicht.“) immer weiter eingegrenzt, bis man schließlich wenige, aber effektive Bewegungen für alle Fälle und viele Stichwaffen im Gepäck hatte.

Müssen wir noch erwähnen, dass nach knapp sieben Stunden langsam die Frage noch Pilates oder Yoga als alternativem Hobby aufkam? Aber da hatten wir die Rechnung ohne Herrn Henkel gemacht. Als alle – also diesmal wirklich alle – so fertig waren, dass Hebel und Griffe nur noch angedeutet werden mussten, um eine Schockstarre auszulösen, kamen wir zum großen Finale: Spießroutenlaufen durch ein Spalier adrenalingeladener Bewaffneter – was für ein Spaß. Auch dies haben wir hinter uns gebracht, wenn auch mit wenig Eleganz und Grazie getreu dem Motto – lebend durch, B-Note zählt nicht.

Alles in allem sind Lehrgänge dieser Art sehr zu empfehlen, man darf nur nicht zimperlich sein und sich die Titel und Auszeichnungen der anderen vorher ansehen, dann klappt es auch mit dem Partner.